Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
375
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(Frauen, die die Hofdame u. s. w.) spielen: kommt mandahinter, so hört man auf, sich über sie zu ärgern, undhat einen Genuss mehr.

487.

(Vgl. Morgenröthe, Apk. 439.)

Das Glück der Menschen, welche sich befehlen lassen,(zumal Militärs, Beamte): keine völlige Verantwortungin Betreif der Richtung ihrer Thätigkeit, ein Leichtsinnund Harmlosigkeit, Forderung der strengen Pflichterfüllung(welches der schöne Name für Gehorsam ist, dessen Würde).Auch kluge Christen hatten diesen Leichtsinn. Die Wissen-schaft entlastet ebenso (Unverantwortlichkeit).

488.

Unsere Liebe zur Wahrheit zeigen wir am deut-lichsten in der Behandlung derWahrheiten, welcheandere dafür halten: da verräth sich, ob wir wirklichdie Wahrheit oder nur uns selber lieben.

489.

Die Fanatiker haben zwar keine moralischen, wohlaber intellectuelle Gewissensbisse; sie nehmen an allenAndersdenkenden dafür Rache, dass sie selbst im Grundeund heimlich und unter ingrimmigem Schmerzgefühlanders denken.

490.

Niemand ist einer grausamen Handlung mehr fähig,als jene dichterischen und empfindlichen Seelen ohneStolz, welche fortwährend im Verborgenen leiden undaus Furcht ruhig und sanft erscheinen; ich denke zumBeispiel an Racine.