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„eine deutsche Kunst“, aber nun soll bewiesen werden,wie gerade diese Kunst dem Wesen des Deutschen ent-spricht, aus ihm gewachsen ist, Stoffe, Gedanken, Mu-sik u. s. w.“ — Das ist Wagner’s Art, für seinen Ruhmzu sorgen: er will, eine Nation solle für ihn eintretenund ihn in sich und ihren Ruhm aufnehmen. Dies Spielist noch nie so offen gespielt worden, — Grund, warumes bis jetzt nicht gelungen ist. Später, wenn Wagnertodt ist und seine Schriften vergessen sind, ist so etwasmöglich. Inzwischen bemächtigen sich die Musiker allerVölker seiner Musik, und in Kürze wird es nicht mehrwie deutsche sondern wie „Musik“ klingen. — Es istdie Musik der grossen Oper.
443 -
(Vgl. oben S. 108, 124, der neue Umblick, Aph. 60, 131.)
Wagner bewirbt sich darum, der deutsche Künstlerzu heissen, aber ach, weder die grosse Oper noch seinCharakter sind specifisch deutsch: weshalb er bis jetztdem Volke nicht lieb wurde, sondern einer Classe vonVornehmen und Überbildeten, — dem Kreise, dem imvorigen Jahrhundert etwa Rousseau zusagte.
444.
Hier sind Menschen, welche alle Welt mit Musiktrunken machen möchten und vermeinen, dann käme dieCultur; bisher aber kam auf die Trunkenheit immerdaretwas anderes als die Cultur.
445 -
Die Menschen jeder Zeit, welche Kunstbedürfnissehaben, vor allem aber eine tiefe, schwere Gemüthsart,fallen dem Künstler zu, welcher tief und ernst ist, undsanctioniren ihn, indem sie ihm ihre Tugenden unter-