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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
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rechnung aufstellen, wenn man die Freude und Erhebungüberschlägt, welche die Menschen ihren Werken danken.Ihre Unfähigkeit, sich zu beherrschen, ihr Neid, die Bös-willigkeit und Unsicherheit ihres Charakters machen ausihnen leicht ebenso Übelthäter der Menschheit, als siesonst deren Wohlthäter sein mögen. Namentlich ist dasVerhalten der Genies zu einander eines der dunkelstenBlätter der Geschichte. Die Genieverehrung ist oft eineunbewusste Teufelanbetung gewesen. Man sollte über-rechnen, wie viele Menschen in der Umgebung einesGenies sich ihren Charakter und ihren Geschmack ver-dorben haben. Grosse Menschen ohne Werke thun viel-leicht mehr noth, als grosse AVerke, um die man einensolchen Preis von Menschenseelen zahlen muss. Abereinstweilen versteht man kaum, was ein grosser Menschohne grosse Werke ist.

441.

Kein deutscher Künstler hat bisher genug Geist ge-habt, um seine Praxis zu erklären: die klügsten habennur verstanden, sie zu beschönigen, wie als ob sie einschlechtes Gewissen hätten: thatsächlich haben sie ihreWirkung verdorben, insofern sie ihre Beschränktheitin die Wagschale warfen, ihre AVerke sanken dadurchetwas und übten Einfluss auf die geringeren Nachahmer.Begreift man nämlich die Tendenz einer Kunst als einepersönliche Verherrlichung oder Apologie und Versteck-spielen, so greifen viele nach ihr, die es nöthig haben,ihre Natur zu verherrlichen oder zu verstecken.

442.

Nehmt meine Kunst an: denn dann habt ihr Deutscheneine Kunst, die sich neben der der andern Nationen sehnlassen kann,die deutsche Kunst, zunächst zwar nur