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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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42Ö.

Man verlangt von der Musik, sie solle märchen-haft, seltsam, unverständlich sein: wovon frühere Zeitenkeine Vorstellung hatten. Ja, festlich lustig gesellig innigfeierlich!

Jede Zeit hat ihren Erzähler von tausend und einerNacht: unserer ist jetzt Wagner. Es sind Dinge, dieman nicht glaubt, nicht für möglich hält, aber sehrgern einmal im Theater sieht, als wären sie wahr.

427.

Schwärmerische mädchenhafte Empfindungen von so-genannter Seligkeit, Träume von bekehrten und ge-retteten Wüstlingen, Treue bis zum Sprung ins Wasser,und der Geliebte selber etwas Furchtbares, Unheim-liches, ein Mann unbekannter Unthaten, aber der Übel-thäter ohne Schuld, der zugleich ein verkappter Gottund Prinz ist, alles in sehr reizvoller Natur: das sindjetzt die Erholungen des eisernen Deutschlands. BöseHarmonien, wüthende Rhythmen und unsägliches chro-matisches Jammern, der Wechsel aller Tonarten als Sinn-bild der Unbeständigkeit aller Dinge unter dem Monde, so wird die Wirklichkeit beschrieben.

428.

Die Musik hat noch keinen zürnenden Gott dar-gestellt: Wagners Wotan leidet an der Schwäche desdeutschen Charakters, er will zu vielerlei und nichts völligbestimmt. Sein Zorn ist gar nicht zu nennen neben demdes Michel Angeloschen Gottes; dafür hatte dieser auchnur diesen einen Gedanken im Kopfe.