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42Ö.
Man verlangt von der Musik, sie solle märchen-haft, seltsam, unverständlich sein: wovon frühere Zeitenkeine Vorstellung hatten. Ja, festlich lustig gesellig innigfeierlich!
Jede Zeit hat ihren Erzähler von tausend und einerNacht: unserer ist jetzt Wagner. Es sind Dinge, dieman nicht glaubt, nicht für möglich hält, — aber sehrgern einmal im Theater sieht, als wären sie wahr.
427.
Schwärmerische mädchenhafte Empfindungen von so-genannter Seligkeit, Träume von bekehrten und ge-retteten Wüstlingen, Treue bis zum Sprung in’s Wasser,und der Geliebte selber etwas Furchtbares, Unheim-liches, ein Mann unbekannter Unthaten, aber der Übel-thäter ohne Schuld, der zugleich ein verkappter Gottund Prinz ist, alles in sehr reizvoller Natur: — das sindjetzt die Erholungen des eisernen Deutschlands. — BöseHarmonien, wüthende Rhythmen und unsägliches chro-matisches Jammern, der Wechsel aller Tonarten als Sinn-bild der Unbeständigkeit aller Dinge unter dem Monde,— so wird die Wirklichkeit beschrieben.
428.
Die Musik hat noch keinen zürnenden Gott dar-gestellt: Wagner’s Wotan leidet an der Schwäche desdeutschen Charakters, er will zu vielerlei und nichts völligbestimmt. Sein Zorn ist gar nicht zu nennen neben demdes Michel Angelo’schen Gottes; — dafür hatte dieser auchnur diesen einen Gedanken im Kopfe.