mehr zukomme als irgend einem andern. Wo wir nurin der Geschichte Fuss fassen, überall finden wir dieGährung, die alten Begriffe im Kampf mit den neuen,und die Menschen der feinen Witterung, die man ehe-mals Propheten nannte, die aber nur empfanden undsahen, was an ihnen g-eschah, — wussten es und fürchtetensich gewöhnlich sehr. Geht es so fort, fällt alles inStücke, nun so muss die Welt untergehn. Aber sie istnicht untergegangen, die alten Stämme des Waldes zer-brachen, aber immer wuchs ein neuer Wald wieder: zujeder Zeit gab es eine verwesende und eine werdendeWelt.
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Unsre Triebe toben sich in den Listen und Künstender Metaphysiker aus, sie sind die Apologeten desmenschlichen Stolzes: die Menschheit kann ihre ver-lorenen Götter nicht verschmerzen! Gesetzt, diese Leiden-schaft rast sich aus: welcher Zustand der Ermattung,der Blässe, der erloschenen Blicke! Das höchste Miss-trauen gegen den Intellect als Werkzeug der Triebe:die Nachgeburt des Stolzes ist die Skepsis. Die pein-liche Inquisition gegen unsre Triebe und deren Lügnerei.Es ist eine letzte Rache, in dieser Selbstzermalmungist der Mensch immer noch der Gott, der sich selberverloren hat. Was folgt auf diese gewaltsame Skepsis?Die Erschöpfung, die zweite Erschöpfung, ein Greisen-thum: alle Vergangenheit wird matt empfunden, dieVerzweiflung selber wird zur Historie, und zuletzt istdas Wissen um all diese Dinge noch ein genügenderReiz für diese Greise. —
Diese ganze Geschichte spielt sich in immer wenigerenKöpfen ab. Aber der Verlust des Glaubens wird ruchbar