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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
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Gesetzt, man erwartet immer das Böse, die unan-genehme Überraschung, so ist man immer in feindseligerSpannung wird für andere unerträglich und leidet selberan der Gesundheit: solche Naturen sterben aus. Imganzen sind nur die zufriedeneren und hoffnungsreicherenRassen am Leben geblieben. Wer immer Schlimmeserwartet, wird böse, nämlich feindselig, argwöhnisch,unruhig; dies ist die Wirkung pessimistischer Denk-weisen.

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(Vgl. oben S. 218, Aph. 94; Morgenröthe, Aph. 58, 515.)

Pessimistische Vorstellungen hemmen den Ausdruckder Geberden, empfehlen die Verstellung, namentlich dieder schrecklichen Verzerrung (um Furcht zu erregen),sie heissen die erregte Seele in der Sprache nicht hör-bar werden lassen, kurz sie verhässlichen den Menschenin Geberde und Laut. Die Verachtung ebenso wie dieFurcht machen hässlich.

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(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 329.)

Jetzt gefällt es, sich hetzen zu lassen und zu hetzen:selbst Künstler wählen den Geist der Unzufriedenheitals die Muse, welche sie begeistert. Sieht man sie dannin ihren Erholungen, so sind sie ganz leer, sie habenkeine Kraft daran zu verschwenden und ziehn das Fadestevor (selbst bedeutende Gelüste). Es wäre sehr unbillig,darnach die Zeit zu beurtheilen: sie giebt im Vergnügenund der Erholung nicht sich ganz, geschweige dennihren besten Theil zu erkennen. So sei man tolerantgegen ihre Kunst und bedaure die höheren Künstler,denen die Zeit nicht entspricht, wahrlich nicht, weilsie ihrer unwürdig wäre! Das beurtheilt man als Jüng-ling falsch.