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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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von Leben, Menschen, Handlungen eigentlich unmöglichmachen wollte; wenn man niemals verherrlichen darf,wird man düster; drittens das Barbarische und Thier-hafte, das uns zeitlich noch nicht fern genug liegt;viertens die Angst vor dem Individuellen und die Be-argwöhnung - desselben, weil die Gesellschaft ihrer selbernicht mehr sicher ist; fünftens die Angst vor demNatürlichen, welche an die Stelle der früheren Angst vorder Natur getreten ist; sechstens die Vergleichung desLebens mit imaginären Seligkeiten, von denen dasChristenthum und die Dichter gesprochen haben; sieben-tens das übertriebene Gefühl der Verantwortlichkeit, wel-ches alle indifferenten, kleinen und harmlosen Dinge weg-streicht und in jedem Falle so gehandelt wissen will,dass man damit einem Ankläger Stand halten kann.

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(Vgl. oben S. 186, Apli. 17.)

Was wir erwarten, das nennen wir recht und billig;was uns verwundert, was uns wunderbar vorkommt, dasloben oder tadeln wir. Die erste Empfindung der Ver-wunderung ist die Furcht: Lob und Tadel ist ein Productder Furcht. Dagegen lässt das Rechte und Billige unszufrieden, ist für die Empfindung neutral und entsprichtder Gesundheit. Das, was jeder von sich und andernerwartet, in jeder Lage, also das Gewöhnliche einer ganzenCultur, ist aber für eine andere Cultur nicht das Gewöhn-liche und erregt deren Verwunderung, erweckt Lob undTadel, und wird also jedenfalls zu stark empfunden. DieCulturen verstehen das, was zur Gesundheit der anderngehört, nicht. Das Erwartete, das Gewöhnliche, das Gesunde,das für die Empfindung Neutrale macht den grösstenTheil dessen aus, was eine Cultur ihre Sittlichkeit nennt.