die falschen Phantasie-Befriedigungen, die geistigen Räu-sche und Ernüchterungen, sie leben geistig gleichmässig.Nicht der Geist, sondern die Geistigkeit ist die Gefahr.
328.
Beschäftigt wollen die Menschen noch mehr alsglücklich sein. Also ist jeder, der sie beschäftigt, einWohlthäter. Die Flucht vor der Langenweile! ImOrient findet sich die Weisheit mit der Langenweile ab,dies Kunststück, das den Europäern so schwer ist, dasssie die Weisheit als unmöglich verdächtigen.
329-
Jeder ausblühende Gedanke treibt zuletzt seine ArtLuxus hervor, es ist seine letzte Erscheinung. InKünsten wie in der Kunst des Verkehrs. Jede reifeCultur hat ihren Luxus. — Aber zeigt mir einen Er-finder einer Idee, der nicht Einfachheit und Dürftigkeitauch in Worten hatte. — Der luxuriirende Gedankeschreibt sich auf jedes Gefäss, zeichnet sich in jede Ge-berde hinein (zum Beispiel Grösse und Schlichtheit undAnmuth im alten Athen).
330 .
(Vgl. oben, S. 250, Aph. 168.)
Man sagt „Fortschritt“, meint aber Entwicklung, dasheisst Werden und Vergehen. Auch das Vergehen könnenwir nur als ein Fortschreiten empfinden: denn es ist mit Lustverknüpft wie alle Entwicklung. Nur die Hemmungder Entwicklung macht Schmerz.
33 1 -
(Vgl. Götzendämmerang, Streifzüge eines Unzeitgemässen No. 37.)
Die Vollkommenheit eines Napoleon, eines Cagliostroentzückt; unser Verbrecherthum hat nicht Musterbilder