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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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Kraft, das Auf hören der Furcht vor andern, das Ver-langen nach ihrer Nähe, der Ringkampf mit ihnen imGuten, der Überschuss an Vermögen, Werkzeugen, Kin-dern, Dienern, dessen wir bewusst werden, in Summa:jede Art von Glücksgefühl treibt uns in die Bahnen derhöheren Cultur und in ihnen vorwärts. Noth dagegenbildet uns zurück, macht uns defensiv, argwöhnisch, inder Sitte abergläubisch und überstreng. Die Cultur isteine allmähliche Folge vom Glück zahlloser Ein-zelner, nicht die Absicht dieser Einzelnen! Je in-dividueller der Einzelne wird, um so productiver für dieCultur wird sein Glück sein, selbst wenn dessen Zeit-dauer kürzer und dessen Intensität geringer und ge-brochener sein sollte als das Glück auf niedrigerenCulturstufen. Wenn man die Förderung der Cultur demGlücklichen versagen wollte, um das Glück im allgemeinenauf einem hohen Grade zu erhalten, so wäre das sothöricht, als dem Seidenwurme das Spinnen zu verbietenum des Glücks der Seidenwürmer willen. Was hat mandenn vom Glück jeder Art, wenn nicht eben aus ihmetwas zum Besten der Cultur thun zu müssen? Glückist gar nicht zu erhalten, weder hoch noch niedrig, wennman seine nothwendigen Äusserungen unterbindenwollte. Also: die Cultur ist die Äusserung desGlücks.

320.

(Vgl. oben S. 253, Apli. 173; Morgenrötlie, Apk. 96.)

Verglichen mit den Brahman en kennen wir die Mensch-heit nur in einer ungeheuren Ermattung ihres Kraft-gefühls und ihres Glaubens an sich: selbst bei unsernstolzesten Philosophen.