7- Cultur und Culturen.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 149—178.)
3I9-
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 12.)
Welches auch immer die Stufe der Gesittung, dieLage der Gesellschaft, der Grad der Erkenntniss sei:für das Individuum ist immer dabei eine Art glück-lichen Lebens möglich, — das wollen ihm die Religionund die Moral aus der Nähe zeigen und anempfehlen.Ob das Gefühl des Glücks und die Unvermischtheit des-selben mit Leid wirklich wächst mit Zunahme der Er-kenntniss, Verbesserung der gesellschaftlichen Lage, Er-leichterung des Lebens, ist zu bezweifeln, denn es gehenbei diesem Wachsthum immer Kräfte verloren oder werdenschwach, denen man ehemals das Glücksgefühl vornehm-lich dankte: die Sicherheit und die Verlängerung desLebens, worauf sich unsere moderne Welt als ihre Er-rungenschaften so viel zu Gute thut, sind vielleicht eherdurch Abnahme des Glücksgefühls als durch Zu-nahme erKauft worden. Die Cultur um des Glücksder Einzelnen willen fördern, — das wäre demnacheine sehr zweifelhafte und vielleicht thörichte Sache! —Aber sind wir einmal irgendwie im Glück, so könnenwir gar nicht anders als die Cultur fördern! Dasneue hohe Vertrauen auf uns, die Befriedigung an unserer