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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
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Widerspruch zu ihr, wieder die Unlogik und Phantastereiimmer von neuem! Vielleicht ist dies nöthig!

3 J 6.

(Vgl. Menschliches I, Aph. 235; Morgenrötlie Aph. 179; Zarathustra I,

Vorrede, Abschn. 5; Jenseits von Gut und Böse, Aph. 203.)

Je mehr das Gefühl der Einheit mit den Mit-menschen überhand nimmt, um so mehr werden dieMenschen uniformirt, um so strenger werden sie alleVerschiedenheit als unmoralisch empfinden. So entstehtnothwendig der Sand der Menschheit: alle sehr gleich,sehr klein, sehr rund, sehr verträglich, sehr langweilig.Das Christenthum und die Demokratie haben bis jetztdie Menschheit auf dem Wege zum Sande am weitestengefahren. Ein kleines, schwaches, dämmerndes Wohl-gefühlchen über alle gleichmässig verbreitet, ein ver-bessertes und auf die Spitze getriebenes Chinesenthum,das wäre das letzte Bild, welches die Menschheit bietenkönnte? Auf der Bahn der bisherigen moralischen Em-pfindung unvermeidlich. Es thut eine grosse Überlegungnoth, vielleicht muss die Menschheit einen Strich unterihre Vergangenheit machen, vielleicht muss sie den neuenKanon an alle Einzelnen richten: sei anders als alleübrigen und freue dich, wenn jeder anders ist als derandere; die gröbsten Unthiere sind ja unter dem Regi-mente der bisherigen Moral ausgetilgt worden, es wardies ihre Aufgabe; wir wollen nicht gedankenlos unterdem Regiment der Furcht vor wilden Thieren weiter-leben. So lang, allzulang hiess es: einer wie alle, einerfür alle.

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(Schluss vom Aphorismus 132 der Morgenrötlie.)

Kaum klingt es jetzt glaublich, dass etwas Ent-gegengesetztes auch als gut gelten will und gegolten