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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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Wenn ich sage:diesen Menschen mag ich, mit ihmsympathisire ich, so soll das nach Schopenhauer mora-lisch sein! Und wieder die Antipathie etwas Unmoralisches:

als ob nicht aus demselben Grunde einer für diesensympathisch, für den andern antipathisch empfände! Sowäre das Moralische noth wendigerweise unmoralisch!Vielmehr hat man Sympathie- und Antipathie-haben nieins Moralische gerechnet, es ist eine Art Geschmack,

und Schopenhauer will, dass wir den Geschmackfür alles, was lebt, hätten! Das müsste ein sehr groberund roher, gefrässiger Geschmack sein, der mit allem zu-frieden ist!

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Wie das Leben für andre entsteht. Ein Diener,der zuerst mit Zwang und Strafen an das Interesse seinesHerrn denkt; allmählich fällt ihm das eher ein als seineigenes, weil er gemerkt hat, dass sein Wohl von demdes Herrn und der guten Stimmung desselben abhängt:endlich sieht er danach wie der Gärtner nach den Pflanzen,sie sind ihm fortwährend gegenwärtig, gewöhnt, leicht,erleichternd, Grund seiner Freuden und Leiden. So derStallknecht für sein Pferd, der Gelehrte für sein Thema,der Vater für sein Kind, der Kaufmann für sein Geld.Wir vergessen motivirende Gedanken und leben nachden eingeübten Gefühlen des Angenehmen, Gewöhnten, das soll moralisch sein! Gewiss ist es für alle an-genehm, Herren und Diener, und somit wird es sehrgelobt, folglich viel Phantasterei der Gedankendarum gelegt, damit es als etwas Hohes erscheine!