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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
307
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300.

Wenn die Geschlechter sich suchen und locken, ent-steht ein Gegensatz von Antipathie: hier ist die Heimathder Moral als sympathischer Regungen,mit einander einVergnügen haben, nach einander verlangen, nicht umsich zu fressen. Die Moralität als sympathisches Ver-halten der Thiere steht im Verhältniss zum Grade ihrerSinnlichkeit. Unter Menschen auch? Die Religionen,welche Mitleid und Liebe am höchsten geachtet haben,sind unter sehr sinnlichen Völkern entstanden, was sichschon dadurch beweist, dass sie in Bezug auf Sinnlich-keit das asketische Ideal aufstellten: ein Beweis, dass siesich in dieser Hinsicht maasslos und ungebändigt fühlten(Inder und Juden).

301.

Das Junge ist abhängig vom Erzeuger, ihm ähnlich,ihm verständlich, unterhaltend, sein Werk, mehr noch,es ist 1) nichts Feindliches, 2) nichts Fremdes, 3) nichtsTodtes: diese letzteren, negativen Gründe mögen erstden Reiz für das Junge geschaffen haben. Es gabso wenig oder nichts in der Welt, welches in diesen dreiPunkten ihm glich.

302.

Ein System des Lebens, das nur auf Neigungenruhen soll:Altruismus. Aber da müsste das Schicksalnur mit Accorden auf uns spielen, es hi esse die Un-vernünftigkeit des Daseins beseitigen und es zu mensch-licher Vernunft machen. Und damit jeder eine Harmoniehörte, müsste jeder andere ihm gleich sein und keineandern Bedingungen haben, so aber würde dieNeigung schwach und endlich unnöthig, weil alles schonohne Erstreben sich an böte.

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