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angenehm, als Anzeichen vom Schwinden einer Kraftder Feindseligkeit: am Fremden, uns Unähnlichen, bei-nahe angenehm, weil dies uns beinahe feindlich dünkt,wie das Ähnliche und Bekannte in uns eine Empfin-dung erweckt, die der Empfindung für das Eigenthumverwandt ist.
293.
Ein Übel geschehen lassen, das man hindern kann,heisst beinahe es thun, deshalb retten wir das Kind, dasspielend auf den offenen Brunnen zuläuft, nehmen denStein aus dem Wege, der auf eine glatte Bahn gefallenist, stellen einen Stuhl zurecht, der umzufallen droht, —alles nicht aus Mitleid, sondern weil wir uns hüten,Schaden anzurichten. Daran haben wir uns gewöhnt;was auch die Motive für diese Gewohnheit sein mögen,jetzt handeln wir nach Gewohnheit und nicht mehr nachjenen Motiven.
294.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 174; Fröhliche Wissenschaft, Aph. 338.)
Wir können dem Nächsten immer nur helfen, indemwir ihn in eine Gattung (Kranke, Gefangene, Bettler,Künstler, Kinder) einordnen und dergestalt erniedrigen;dem Individuum ist nicht zu helfen.
2 95 -
(Vgl. oben S. 23, die Pflugschar, Aph. 37.)
Der metaphysische Pessimist, der das Vergnügenund die Sicherheit flieht und dem Unglück und Leidenden höchsten Werth beimisst — nämlich über den Un-werth des Lebens aufzuklären —, wie dürfte er Mitleidenhaben, wenn ein anderer leidet? Er dürfte sich darübernur freuen, wie er gleichfalls das Mitleiden zurückzuweisen