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als wir erwarten ? — aber warum verachten wir ihnnicht? Weil, wenn wir ihn nicht ehrenwerth em-pfinden, unsre Wirkung auf ihn nichts Lustvolles füruns hat. Es ekelt uns, Eindruck auf erbärmliche Seelenzu machen. Es geht also unsere geheime Neigung dahin,ihn uns als tüchtigen guten achtungswerthen Menschenzu denken. Ausserdem wollen wir nicht von schlechtenGesellen bemitleidet sein: es setzt uns vor uns herab!Also: wann demüthigt das Bemitleidetwerden nicht?
Wenn es erhebt! Das thut es, wenn ein hochansehnlicherMensch (durch Herz Geist Stellung u. s. w.) oder einGott mit uns empfindet, — also wenn eine Gleichsetzungstattfindet, die uns zu Ehren gereicht (wodurch wir unshöher gehoben fühlen!!) Also: wir ehren gern den Mit-leidenden, damit wir den Genuss an unserer eigenenErhebung haben können!
291.
(Ygl. Wanderer, Aph. 239.)
Mit dem Almosen unterhält man den Zustand, derals Motiv des Almosens wirkt, man giebt also nicht ausMitleiden, denn dieses würde den Zustand nicht unter-halten wollen.
292.
Dies sind die abnehmenden Grade des Mitleidens:erstens Mitleid mit Eigenem (Kind, Erzeugniss, Besitz,Weib, Diener), zweitens mit dem von uns zum Eigen-thum Begehrten, drittens mit Ähnlichem, viertensmit uns Bekanntem. Das Merkmal, welches das Mitleidvom Leiden unterscheidet, ist die Erbitterung, dass un-serem Eigenthum oder Eigenthum Ähnlichem etwas zuLeide geschieht. Das Leiden des uns Feindlichen ist