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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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288.

(Vgl. Menschliches, Allzumenschliches I, Aph. 103; Morgenröthe, Aph. 133.)

Wir gehen hässlichen, schmerzhaften Scenen ausdem Wege, wir wollen nicht mit leiden. Das sind diefeineren Naturen. Die gröbere geht allem nach, was auf-regt und die Langeweile vertreibt: um jeden Zank, jedePrügelei sammelt sich ein Kreis. Wo der Trieb zuhelfen da ist, da wird das unangenehme Gefühl des Mit-leidens überwunden: und weil dabei regelmässig das an-genehme Gefühl, seinen Trieb befriedigen zu können,entsteht, meint man selber, das Mitleiden sei angenehm.Das Helfen kann auch nur ein Trösten sein. Der Glaserbei einem Hagel!

289.

(Vgl. Menschliches, Allzumenschliches I, Aph. 103.)

Für Menschen gesagt, die nicht gedacht haben: manüberlässt sich dem Mitleiden, nicht damit es angenehmeEmpfindungen errege, (dies wäre nicht wahr, ausser beiganz einzelnen Menschen), sondern weil es immer an-genehme Empfindungen erregt hat: so wie das Thier dieBrut liebkost, man bejaht es, wenn es bereits da ist.'

290.

(Vgl. Wanderer, Aph. 50.)

Wie kommt man darauf, jemanden zu ehren, weiler eines tiefen und mannigfaltigen Mitleids fähig ist undleicht dazu erregt wird? Er muss unglücklicher sein alsdie andern und immer darauf aus, die andern zu trösten,aufzuhelfen u. s. w., also sein Unglücklichsein ist an-genehm, 1. weil es eine Wirkung unserer Leidenzeigt, 2. weil es die Aussicht auf Abhülfe des Leidens,auf Milderung zeigt. Wir ehren ihn, weil er anders ist,