6. Die Vorurtheile der altruistischen undMitleids-Moral.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 131—I4S.)
285.
Ob man nun an das Mitleid als Wunder und Quelleder Erkenntniss glaubt oder an das Blut des heiligenJanuarius: ich meine dann immer noch in einem halbwahnsinnigen Zeitalter zu leben.
286.
(Vgl. Menschliches I, Aph. 216; Morgenröthe, Aph. 142.)
Das Nachmachen, das Äffische, ist das eigentlich undältest Menschliche, — bis zu dem Maasse, dass wir nurdie Speisen essen, die andern gut schmecken. KeinThier ist so sehr Affe als der Mensch. — Vielleicht ge-hört auch das menschliche Mitleiden hierher, sofern esein unwillkürliches inneres Nachmachen ist.
287.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 142.)
Wenn einer gähnt — und das ist doch etwas Un-angenehmes — und der andere mitgähnt, so haben wirein einfaches Beispiel für das Phänomen des Mitleidens.Sollte aber wirklich dabei das principium individuationisdurchbrochen sein?