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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
296
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2 75 -

(Vgl. Menschliches, Allzumenschliches I, Aph. 39.)

Nicht die vergessenen Motive und die Gewöhnungan bestimmte Bewegungen ist das Wesentliche (wie ichfrüher annahm), sondern die zwecklosen Triebe von Lustund Unlust; man will das Angenehme und nicht wegendes damit zu erlangenden Vortheils, sondern weil dieHandlung selber angenehm ist. Der Zweck wird er-reicht, aber nicht gewollt. Die Arten von lustvollen Be-wegungen , welche dem Zweck der Erhaltung dienen,sind durch Selection erhalten.

276.

(Vgl. Morgenröthe, Aph. 125.)

Moralität, wenn nothwendig Verantwortlichkeit, dannnur die Handlungen, die aus klarstem Verstände hervor-gegangen, die oberflächlichsten, deren Motive wir kennenkönnen.Warum habe ich dies gethan? Bei den ausdem Gemüth kommenden ist Verantwortlichkeit unmög-lich, weil wir die Motive nicht kennen. Insofern hiessemoralisch handeln, immer nur oberflächlich handeln, ohnePassion, Nachdruck; Verantwortlichkeit ist eine Gross-thuerei. Wo wir empfinden, sind wir unverantwort-lich, alsounmoralisch? Der Glaube an die Freiheitgenügt zur Moralität: die Illusion.

277.

{Vgl. Morgenröthe, Aph. 129; Götzendämmerung, die vier grossen Irr-thiimer, Abschn. 3.)

Sind Vorstellungen wirklich Motive unsrer Hand-lungen? Sind sie nicht vielleicht nur Formen, unterdenen wir unsre Handlungen verstehen, ein Nebenher,welches der Intellect bei solchen Handlungen, die über-