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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
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heit wissen wir nie ganz, was wir thun, zum Beispielwenn wir einen Schritt thun wollen oder einen Laut vonuns geben wollen. Vielleicht ist diesWollen nur einbleicher Schatten davon, was wirklich schon im Werdenist, ein nachkommendes Abbild von unserm Könnenund Thun: mitunter ein sehr falsches, wo wir nichtzu können scheinen, was wir wollen. UnserWollenwar hier ein irregeleitetes Phantasma unsres Kopfes, wirhatten irgend ein Zeichen falsch verstanden. Wenneiner befiehlt und wir wollen es thun, finden uns dannzu schwach, so gab Furcht (oder Liebe) uns einenImpuls, bei dem sehr viel Kraft in Bewegung gerieth.Das erste Gelingen auf der ersten Nerven- und Muskel-bahn giebt die verfrühte Vorstellung desKönnens, unddaraus resultirt das verfrühte Bild des gewollten Zwecks:die Zweckvorstellung entsteht, nachdem schon dieHandlung im Werden ist!

273 -

(Vgl. Morgenröthe, Aph. 127.)

Allgemein hält man keine Handlung für verständ-lich, ausser der nach Zwecken: und überhaupt keine Be-wegung in der Welt. Deshalb gieng der frühere Denkerdarauf aus, alle Bewegung in der Welt als zweckmässigund zweckbewusst zu erklären (Gott). Es ist der grössteWendepunkt der Philosophie, dass man die Handlungennach Zwecken nicht mehr begreiflich fand, damitsind alle früheren Tendenzen entwerthet.

274.

(Vgl. Menschliches I, Aph. 596.)

Zwecke sind meistens sehr ungewollte, aber sehrerwünschte Ergebnisse, mit denen wir nachträglich un-sere Handlungsweise vor der Vernunft rechtfertigen.