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2 70.
(Vgl. Menschliches I, Aph. 106; Morgenröthe, Aph. 124.)
Wo wir nicht wissen, was allein wir eigentlichkönnen, reden wir vom „Willen“. Die vollkommneEinsicht redet nur vom Müssen. Wir übersehen immereinige Kräfte, die für eine That nöthig sind.
271.
Wir können manches Wort einer fremden Sprachenicht nachsprechen, ja nicht einmal richtig hören; wirkönnen manche Dinge nicht sehen, wenn wir nicht ge-lernt haben, die Theile zu sehen. Auch das Sprechen,Hören und Sehen muss gelernt werden; aber bei unsererungenauen Beobachtung des Lernvorganges glauben wirin allen drei Fällen, der gute Wille genüge, und setzenbei einem jungen Menschen, dem es misslingt, bösenWillen voraus. Wie böse hat man sich die Menschheitdadurch gemacht, dass man ihr Unvermögen in den Willenverlegte.
272.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 116, 127; Fröhliche Wissenschaft, Aph. 360;
Jenseits, Aph. 32.)
Jede Handlung ist von dem bleichen Bewusstseins-bild, das wir von ihr während ihrer Ausführung haben,etwas unendlich Verschiedenes. Ebenfalls ist sie von demvor der That vorschwebenden Bewusstseinsbild (das Endeder Handlung ----- Zweck und der Weg dahin) verschieden,unzählige Stücke des Wegs, die schliesslich gemachtwerden, werden nicht gesehen, und der Zweck selber istein kleines Theilchen von dem wirklichen Erfolg derHandlung. Zwecke sind Zeichen! Nichts mehr! Signale!Während sonst die Copie hinter dem Vorbild nachfolgt,geht hier eine Art Copie dem Vorbild voraus. In Wahr-