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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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Triebes. Das Gedächtniss wird durch die Triebe er-regt, seinen Stoff abzuliefern. Durch jeden Trieb wirdauch sein Gegentrieb erregt, und nicht nur dieser, son-dern, wie Oberton-Saiten, noch andere, deren Verhältnissnicht in .einem so geläufigen Worte zu bezeichnen ist,wieGegensatz.

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(Vgl. Meinungen und Sprüche, Apli. 26; Morgenröthe, Aph. 539 5Jenseits von Gut und Böse, Aph. 17, 219.)

Mit den Gedanken steht es wie mit den körper-lichen Bewegungen: ich muss warten, ob sie sich er-eignen, wenn ich sie auch will, es hängt davon ab, ob sieein geübt sind. Das Wollen ist hier nicht das Vorstellendes Zieles, sondern die Vorstellung logischer Formen(Gegensatz eines Gedankens, parallel, ähnlich, Prämisse,Schluss u. s. w.) in der Form des Wunsches. Das Ge-dächtniss muss den Inhalt geben. Bei Gelegenheiteines Satzes versucht das Gedächtniss zu den einzelnenWorten etwas Zugehöriges anzuhängen, und unserUrtheil entscheidet, ob es dazu passt und wie. So ver-sucht der Fuss eine Menge Lagen im Augenblick desStolperns. Wir wählen aus diesen plötzlich auftauchen-den Gedanken-Embryonen aus: wie wir aus den zu Ge-bote stehenden Worten unsre Gedanken in Formel bringen.Das Wesentlichste des Processes geht unter unserm Be-wusstsein vor sich. Unser Charakter entscheidet, obzugehörige Gedanken wesentlich die des Widerspruchs,der Beschränkung, der Zustimmung sind: das Entstehenjedes Gedankens ist ein moralisches Ereigniss.Die logischen Formen erscheinen so als der allgemeinsteAusdruck unsrer Triebe, Zuneigung, Widerspruch u. s. w. Bis in die Zelle hinein giebt es keine Bewegungen,als solchemoralische in diesem Sinne.