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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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Auch dem feinsten Gedanken entspricht eine Ver-häkelung von Trieben. Die Worte sind gleichsam eineClaviatur der Triebe, und Gedanken (in Worten) sindAccorde darauf. Jedoch ist die anregende Kraft desWorts für den Trieb nicht immer gleich, und mitunterist das Wort fast nichts als ein Laut.

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(Vgl. Morgenröthe, Aph. 116.)

Wir glauben alle, in der Empfindung des Neides,Hasses u. s. w. zu wissen, was Neid, Hass u. s. w. ist ein Irrthum! Ebenso im Denken: wir glauben zuwissen, was Denken ist. Aber wir erleben einige Sym-ptome einer uns wesentlich unbekannten Krankheit undmeinen, hierin eben bestehe die Krankheit. Alle mora-lischen Zustände bemessen und nennen wir nach dem,was wir dabei bewusst empfinden, und auch diesnicht fein, sondern ganz grob. Nun haben wir ge-lernt, dass wir das Wollen nach Zwecken fundamentalmissverstehen. Es ist also auch möglich, dass wir allemoralischen Affecte missverstehen, dass wir die Symptomeschon falsch auslegen, nämlich nach den Vorurtheilender Gesellschaft, welche ihren Nutzen und Schadenim Auge hat.

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(Vgl. Jenseits von Gut und Böse, Aph. 36.)

Das Urtheil ist etwas sehr Langsames im Vergleichzu der ewigen unendlich kleinen Thätigkeit der Triebe.Die Triebe sind also immer viel schneller da, und dasUrtheil ist immer nach einem fait accompli erst am Platze:entweder als Wirkung und Folge der Triebregung oderals Wirkung des miterregten entgegengesetzten