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verhindert einen vollen Abdruck. Selbst als Abbild istes nicht vollständig. Sodann hat es zur Voraussetzung,dass das Ding in diesem Augenblick, wo es einen Ein-druck auf uns macht, dasselbe Ding ist, welches ineinem andern Augenblick (im „nächsten“ sagen wir undtäuschen uns) wieder einen neuen Eindruck, das heisst einezweite Relation auf uns macht. Ein Baum, der lang,dann rund, dann grün u. s. w. erscheint.
246.
Es giebt kein eignes Organ des „Gedächtnisses“:alle Nerven, zum Beispiel im Bein, gedenken frühererErfahrungen. Jedes Wort, jede Zahl ist das Resultateines physischen Vorgangs und irgendwo in den Nervenfest geworden. Alles was den Nerven anorganisirt worden,lebt in ihnen fort. Es giebt Wellenberge der Erregung,wo dies Leben in’s Bewusstsein tritt, wo wir uns er-innern.
247.
Wenn wir in einen bestimmten physiologischen Zu-stand treten, dann tritt uns das in’s Gedächtniss, was dasletzte Mal, als wir in ihm waren, von uns gedacht wurde.Es muss eine Auslösung im Gehirn für jeden Zustandgeben.
248.
(Vgl. oben S. 200, Aph. 44, S. 270, Aph. 217.)
Was ist denn die Phantasie? Eine gröbere, un-gereinigte Vernunft, — eine Vernunft, die bei Ver-gleichungen und Einordnungen grosse Fehler macht,unstet im Tempo ist und von den Affecten hin- und her-gegängelt wird: eine wilde und malerische Art der Ver-