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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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densein als Körper und Substanz, alles ist mit Lust-und Unlust-Empfindungen und folglich mit Vertrauen,Neigung, Lust zur Annäherung oder Furcht u. s. w. ver-knüpft. Dasselbe Ding kann uns vermöge seiner ver-schiedenen Eigenschaften anziehen und Furcht einflössen. Dass seine Eigenschaften aber solche Empfindungenerregen, das ist Urtheil, und das Urtheil setzt Erfah-rungen voraus und Glauben an Gleichheit in den Er-fahrungen. Zuletzt aber setzt auch die älteste Erfahrungwieder Urtheil voraus, also Auslegung eines Reizes,so dass er entweder lust- oder schmerzvoll ist.Ver-mehrt dieser Reiz unsre Kraft, oder vermindert er sie?Kurz, ein Urtheil ist die Quelle, dass Kraftgefühl dabeientsteht oder sich vermindert. Alle die Wirkungender Dinge sind zuletzt angenehm oder unangenehm, jenachdem wir an die Förderung unsrer Kraft dabei glau-ben oder nicht. Dieser Glaube aber kann nicht wiederauf Erfahrung zurückgehn, sondern müsste aus demdabei entstehenden Kraftgefühl seinen Ursprung nehmen.Man glaubt an Kraft, wo man das Kraftgefühl hat.Kraftgefühl gilt als Beweis von Kraft. Nach diesemBeweis wandelt sich die Reizempfindung in Lust: also:alle Eigenschaften eines Dinges sind in Wahrheit Reizein uns, welche theils das Kraftgefühl mehren, theils esvermindern: jedes Ding ist eine Summe von Urtheilen,(Befürchtungen, Hoffnungen, einiges flösst Vertrauen ein,andres nicht). Je mehr wir nun die Physik kennen, umso weniger phantastisch wird diese Summe von Ur-theilen (die falschen Subsumirungen fallen weg, zumBeispiel:alles was schwarz ist, ist gefährlich). Zuletztbegreifen wir: ein Ding ist eine Summe von Erregungenin uns: weil wir aber nichts Festes sind, ist einDing auch keine feste Summe.