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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
278
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gewöhnlich übersehn, wir sind nicht leidend bei denEinwirkungen anderer Dinge auf uns, sondern sofortstellen wir unsere Kraft dagegen. Die Dinge rührenunsere Saiten an, wir aber machen die Melodieda raus.

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Das Vervollständigen (zum Beispiel wenn wir dieBewegung eines Vogels als Bewegung zu sehen meinen),das sofortige Ausdichten geht schon in den Sinnes-wahrnehmungen los. Wir formuliren immer ganze Men-schen aus dem, was wir von ihnen sehen und wissen.Wir ertragen die Leere nicht, das ist die Unver-schämtheit unserer Phantasie: wie wenig an Wahrheit istsie gebunden und gewöhnt! Wir begnügen uns keinenAugenblick mit dem Erkannten (oder Erkennbaren!). Dasspielende Verarbeiten des Materials ist unserefortwährende Grundthätigkeit, Übung also der Phantasie.Man denke als Beweis, wie mächtig diese Thätigkeit ist,an das Spielen des Sehnervs bei geschlossenem Auge.Ebenso lesen wir, hören wir. Das genaue Hören undSehen ist eine sehr hohe Stufe der Cultur, wir sindnoch fern davon. Die Lügner ei wird noch gar nichtdarin gefühlt! Dieses spontane Spiel von phantasirenderKraft ist unser geistiges Grundleben: die Gedanken er-scheinen uns, das Bewusst werden, die Spiegelungdes Processes im Process (vielleicht ein Brechen amContraste) ist nur die verhältnissmässige Ausnahme.

236.

Wir empfinden die Aussenwelt immer ver-schieden, weil sie sich gegen den jedesmal in uns über-