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eine Einbildung von uns, ganz unser „Wille“, unsre „Vor-stellung“: und wir sind wieder dasselbe in ihm. Aberweil wir wissen, dass er sich über uns täuschen muss,und dass wir eine Realität sind trotz dem Phantome, daser von uns im Kopfe trägt, schliessen wir, dass auch ereine Realität ist trotz unsrer Einbildung über ihn: kurz,dass es Realitäten ausser uns giebt.
231.
(Vgl. Nachträge zur Geburt der Tragödie, Bd. IX S. 163 ff.; Götzen-dämmerung, die Vernunft in der Philosophie, Abschn. 1—3.)
Unsere Sinnenwelt ist gar nicht wirklich vorhanden,sie widerspricht sich: sie ist ein Trug der Sinne. Aberwas sind dann die Sinne? Die Ursachen des Betrugsmüssen real sein. Aber wir wissen von den Sinnen nurdurch die Sinne, und das gehört mithin in die Welt desTruges. Somit trügt etwas, das wir nicht kennen,und sein erster Trug sind die Sinne. Unsre Vielheitgehört dazu: aber wie könnten wir Trugbilder zumWissen um den Trug kommen? Wie könnte ein Traum-bild wissen, dass es zum Traume gehöre? — Wir müssenfolglich auch das sein, was trügt: das heisst: wir müssenauch real sein und zwar muss dorther unser Bewusstseinstammen, dass die Welt ein Trug ist, im rein Logischen:dies sind wir selber irgendwie. Also, wie kann dasWahre,Wahrhafte die Ursache der Trugwelt sein? — Es musssie nöthig haben: vielleicht ist dasWahre gequält, wie einKünstler, und sucht eine Erlösung lustvoller Vorstellungenund Bilder im Scheine, eine Abziehung, — die Wahrheitist vielleicht der Schmerz, und der Schein ist eine Mil-derung, der Wechsel ist das Sichherumwerfen des schwerLeidenden, der eine bessere Lage sucht. Vielleicht aberauch ist das Wahre voller Lust und strömt über in