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die Empfindung vielleicht reiner, weil wir sympathischgeworden sind und im Vergessen von uns schon freier.
226.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 121 u. 243.)
Alle die Relationen, welche uns so wichtig sind, sinddie der Figuren auf dem Spiegel, nicht die wahren.Die Abstände sind die optischen auf dem Spiegel, nichtdie wahren: „Es giebt keine Welt, wenn es keinen Spiegelgiebt“, ist Unsinn. Aber alle unsere Relationen, mögensie noch so exact sein, sind Beschreibungen des Menschen,nicht der Welt: es sind die Gesetze dieser höchstenOptik, von der uns keine Möglichkeit weiter führt. Esist nicht Schein, nicht Täuschung, sondern eine Chiffre-schrift, in der eine unbekannte Sache sich ausdrückt, —für uns ganz deutlich, für uns gemacht, unsre mensch-liche Stellung zu den Dingen. Damit sind uns die Dingeverborgen.
Wir sehen den Spiegel nicht anders als die daraufsich spiegelnde Welt.
227.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 112.)
Wir denken in Worten! Weiss man, was Worte sind,wie kann man glauben, dass Denken Bewegungen directhervorbringen kann! Es sind lauter kleine Irrthümer, aberunsre Triebe sind so nahe an dieser Region des Irrthumsangelangt, und jedem Triebe entspricht eine Anzahl dieserbunten willkürlichen Dinge, genannt „Worte“, dass einWort oft ein Signal ist, keine Ursache, zur Bewegung(wie ein Hornton die Locomotive stehn macht). Je strengerwir erkennen, je fester wir die Worte begrenzen, es sindBilder auf dem Spiegel, ja Abbilder dieser Bilder! DerÜbergang zur Erkenntniss von Ursache und Wirkung