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Eine Welt ohne Subject, kann man sie denken?Aber man denke, es sei jetzt alles Leben auf einmal ver-nichtet, warum könnte nicht alles andere ruhig weitersich bewegen und genau so sein, wie wir es jetzt sehen?Ich meine nicht, dass es so sein würde, aber ich sehenicht ein, warum man es sich nicht denken könnte. Ge-setzt, die Farben seien subjectiv, — nichts sagt uns,dass sie nicht objectiv zu denken wären. DieMöglicheit, dass die Welt der ähnlich ist, die uns er-scheint, ist gar nicht damit beseitigt, dass wir die sub-jectiven Factoren erkennen.
Das Subject wegdenken, — das heisst sich die Weltohne Subject vorstellen zu wollen: ist ein Widerspruch:ohne Vorstellung vorstellen! Vielleicht giebt es hundert-tausend subjective Vorstellungen. Unsre menschlichewegdenken, — da bleibt die der Ameise übrig. Und dächteman sich alles Leben fort und nur die Ameise übrig:hienge wirklich an ihr das Dasein? Ja, der Werth desDaseins hängt an den empfindenden Wesen. Und fürdie Menschen ist Dasein und werthvolles Dasein oft einund dasselbe.
225.
(Vgl. Menschliches, Allzumenschliches I, Aph. 31.)
Sobald wir die Gerechtigkeit zu weit treiben undden Felsen unsres Individuums zerbröckeln, unsern festen,ungerechten Ausgangspunkt ganz aufgeben, so gebenwir die Möglichkeit der Erkenntniss auf: es fehlt danndas Ding, wozu alles Relation hat (auch gerechte Rela-tion). Es sei denn, dass wir alles nach einem andernIndividuum messen, und die Ungerechtigkeit auf dieseWeise erneuern, — auch wird sie grösser sein (aber
Nietzsche, "Werke II. Abtheilung Band XI. jg