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aber das Gesetz nach einem Mozart machen, heisst doch— —; wir sind keine Singvögelchen. Auch gute undrespectable Gefühle, maasslos und unmittelbar geäussert,erregen Widerwillen gegen sich: so hat wohl jeder ein-mal das Mitleiden, das sich nicht in Schranken hält, zuallen Teufeln gewünscht.
199.
Die Moralität wirkt malerisch, wenn sie lange durchUnmoralität aufgestaut war.
200.
Ich glaube, dass viele von uns, wenn sie mit ihrenenthaltsam mässigen Sitten, ihrer Sanftmuth, ihrem Sinnfür’s Rechte in die Halbbarbarei des 6.—10. Jahrhundertsversetzt würden, als Heilige verehrt würden.
201.
„Ihr braucht nur Märtyrer zu sein, dann seid ihreurer Sache gewiss!“ — so klang die Stimme der Ver-führung, mit der man über die Moralforderungen trium-phirte. Ein Entschluss wie zum Zahnausziehen!
202.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 49.)
Die paradoxe Tugend, zum Beispiel Grossmuth, alsein Wunder angestaunt und sehr verehrt! — Andersjene, die den Zwang eines Triebes fühlen, und derenHerrschsucht stolz sich gegen ihn wehrt, die deshalb in’sGegentheil Umschlägen. — Anders die, welche mehrvon der Befriedigung erwarteten und, enttäuscht, anan den Trieben sich rächen. — Anders: sich schwach,feige, gezwungen von der Todesfurcht fühlen und inVerachtung seiner selbst das Gegentheil von dem thun,was die Todesfurcht räth.