Geberden und Handlungen geschieht. Das Schimpfwortist besser als ein Faustschlag oder ein Anspeien; dieSchmeichelei (Lob) besser als ein Streicheln oder Lecken(Kuss); der Fluch übergiebt einem Gotte oder Geiste dieRache, die das Thier selbst gegen seinen Feind ausübt.Vermöge der moralischen Urtheile wird es dem Menschenleichter zu Muthe, sein Affect wird entladen. Schon derGebrauch von Formen der Vernunft bringt eine gewisseNerven- und Muskelbeschwichtigung mit sich; das mora-lische Urtheil entsteht in jenen Zeiten, wo die Affecteals lästig und die Geberden als eine zu grobe Erleichte-rung empfunden werden.
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Im Sittlichen muss man nicht an seine äussersteGrenze gehen: sonst geräth man in den Ekel am Sitt-lichen.
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Es giebt bei jeder Handlung i) das verschwiegeneund wirkliche Motiv, 2) das präsentable eingeständlicheMotiv. Letzteres geht von uns aus, von unsrer Freude,unsrem Individuum, wir stellen uns individuell damit.Ersteres aber hat die Rücksicht auf das, was die anderndenken, wir handeln, wie jeder handelt, wir präsentirenuns als Individuen, aber handeln als Gattungswesen.Komisch! Zum Beispiel ich suche ein Amt: 2) „ich bin esmir schuldig, mich nützlich zu machen“; 1) „ich will meinesAmts wegen von den andern respectirt werden“. Napo-poleon’s präsentables Motiv: „ich will allen überlegensein“, sein wahres Motiv: „ich will allen überlegen er-scheinen“.