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das befriedigt werden will. — Gegen uns selber ist esSelbsterhaltung; zum Beispiel unsere physischen Kräftemüssen wir uns richtig vorstellen. Uns im Geistigeneinen Sprung zumuthen, zu dem unsre Beine nicht reichen,ebenso im Moralischen, ist Anlass zu Beinbrüchen undden schwersten Schmerzen; unsre Moralität hat dasMaass ihrer Idealität an dem Maasse der uns möglichenKraft, vorausgesetzt dass wir diese steigern können.Alles Wachsthum muss allmählich, nicht sprungweise ge-schehen. — Wie viel Elend ist in der Welt dadurch,dass man an sich den Maassstab einer unmöglichen Mo-ralität legt! Man schämt sich doch nicht, wenn man nichtwie ein Läufer zu laufen vermag: aber in moralischenDingen sind wir so kindisch, das Fehlen der natürlichenBedingungen uns zur Schuld und Schande anzu-rechnen! Als ob wir unser Werk wären! Das ist auchwirklich die Hypothese, auf der jenes Schamgefühl wuchs.
181.
Moralität: wir legen unsern Handlungen einenimaginären Werth bei (abhängig vom Erfolge), dieEmpfindung des Nicht - mehr - Sclaven! Auf allesdrückt er das Siegel der neuen Freiheit. Stärkstes Ge-fühl der Veränderung, wenn der Sclave thun kann,was er will.
182.
(Vgl. oben S. 162, Nachträge zum Wanderer, Aph. 2.)
Die moralischen Vorstellungen sind Genussmittelund Würzen, um derentwillen wir die nöthigen Hand-lungen leichter thun; ohne sie wären uns diese Hand-lungen widerlich oder langweilig.