Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
251
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Rachegedanken u. s. w.) auszulösen. Beispiel: der Kopf-kranke, der ein lautes Fest in der Nähe hat und endlich,weil der Schmerz zu gross ist, seine Gedanken auf einenFeind richtet und ihm im Geiste wehe thut: oder auchmit Fäusten sich selber schlägt. Flier ist das Unmora-lische das physisch gebotene Fleilmittel gegenWahnsinn: ein Beispiel, wie die unmoralischen Hand-lungen den Werth von Gesundheitsfactoren haben.

170.

(Vgl. Wanderer, Apli. 37, 53, 65.)

Man wird von seinen Meinungen über die Leiden-schaften mehr gequält, als von den Leidenschaften selber. Wo die Menschen nicht den Zweck eines Triebes alsnothwendig zur Erhaltung mit Händen greifen, wie beim.Koth- und Urinlassen, Nahrungnehmen u. s. w., da glau-ben sie ihn als überflüssig beseitigen zu können, zumBeispiel den Trieb zu neiden, zu hassen, zu fürchten;und das Nicht-loswerden-können betrachten sie als einUnrecht, mindestens Unglück: während man so beiFlunger und Durst nicht denkt. Er soll uns nicht be-herrschen, aber wir wollen ihn als nothwendig be-greifen und seine Kraft zu unserm Nutzen beherrschen.Dazu ist nöthig, dass wir ihn nicht in seiner ganzenvollen Kraft erhalten, wie einen Bach, der Mühlentreiben soll. Wer ihn nicht ganz kennt, über den fällter her, wie nach der Winterszeit ein Gebirgsbach zer-störend kerunterkommt.

1 7 *

(Vgl. oben S. 162, Nachträge zum "Wanderer, Apli. 3;Morgenröthe, Aph. 321.)

Die Naturen, welche überhaupt nicht über sichdenken, namentlich aber gewisse Dinge an sich nicht