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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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IÖ2.

(Vgl. Morgenröthe, Aph. 38, 116, 127; Fröhliche Wissenschaft, Aph. 360.)

Alle Triebe ursprünglich relativ zweckmässig in ihrerWirkung (gut undböse). Moral entsteht, a) wennein Trieb über andre dominirt, zum Beispiel Furcht voreinem Gewaltigen oder Trieb zum geselligen Leben. Damüssen schwächere Triebe gespürt, aber nicht befriedigtwerden. Die Antworten auf das hier entstehendewarumsind so roh und falsch wie möglich, aber sie sind derAnfang moralischer Urtheile, einen Werthunterschiedder Handlungen zwischen nöthig, zulässig, unzulässigfestsetzend. Einen Trieb haben und vor seiner Befriedi-gung Abscheu empfinden ist dassittliche Phänomen.Oder zum Beispiel die Liebe zu den Jungen, zum Eigen-thum, derentwegen man selber hungert, sich Gefahrenaussetzt. Junge und Eigenthum sind etwas so An-genehmes: aber wenn man Gründe wollte, so genügtedies nicht zu sagen:sie sind angenehm. Die Vernunftder Moral ist das Bemühen, die Instincte zu übersehenund uns den Schein zu geben, als ob wir nach Zweckenhandelten, also unser Bestes wollten. Thatsächlich istdas Angenehme meistens unser Bestes, aber dies Bestevermochte man nicht zu erfassen, dazu hatte man dieKenntnisse der Natur und des Menschen nicht. Manconstruirte ein Bestes nach seiner Annahme über Naturund Menschen. Dazu gehört zum Beispiel das Heil derSeele. Oder die Ehre. Oder die Gebote eines Gottes.Der Mensch affectirt, überall nach Zwecken zu handeln,diese grosse Komödie geht durch, er thutverantwortlich.Aber zu den Motiven der Instincte kommen die Zweck-begriffe hinzu und hinterdrein und treffen fast nie denbewegenden Punkt. Die menschliche Maschine würde