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schlechtstrieb? Das was andre uns lehren, von unswollen, uns fürchten und verfolgen heissen, ist das ur-sprüngliche Material unsres Geistes: fremde Urtheile überdie Dinge. Jene geben uns unser Bild von uns selbst,nach dem wir uns messen, wohl oder übel mit uns zu-frieden sind! Unser eignes Urtheil ist nur eine Fort-zeugung der combinirten fremden! Unsre eignen Triebeerscheinen uns unter der Interpretation der andern:während sie im Grunde alle angenehm sind, sind sie dochdurch die angelernten Urtheile über ihren Werth so ge-mischt mit unangenehmen Beigefühlen, ja manche werdenals schlechte Triebe jetzt empfunden: „es zieht hin, wohines nicht sollte“, — während „schlechter Trieb“ eigentlichein contradictio in adjecto ist. — Was will also Egois-mus sagen! Wir können innerhalb unser selberwieder egoistisch oder altruistisch, hartherzig, grossmüthig,gerecht, milde, verlogen sein, wehe thun oder Lust machenwollen: wie die Triebe im Kampfe sind, ist das Gefühldes Ich immer am stärksten dort, wo gerade das Über-gewicht ist.
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Unser Verhältniss zu uns selber! Mit Egoismus istgar nichts gesagt. Wir wenden alle guten und schlechtengewöhnten Triebe gegen uns: das Denken über uns, dasEmpfinden für und gegen uns, den Kampf in uns, — niebehandeln wir uns als Individuum, sondern als Zwei- undMehrheit; alle socialen Übungen (Freundschaft, Rache,Neid) üben wir redlich an uns. Der naive Egoismus desThieres ist durch unsre sociale Einübung ganz alterirt:wir können gar nicht mehr eine Einzigkeit des ego fühlen,wir sind immer unter einer Mehrheit. Wir habenuns zerspalten und spalten uns immer neu. Die so-