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(Vgl. Meinungen u. Sprüche, Aph. 75;
Morgenröthe, Aph. 38, 104, 105; Jenseits von Gut u. Böse, Aph. 12.)
Das Ich ist nicht die Stellung eines Wesens zumehreren (Triebe, Gedanken u. s. w.), sondern das egoist eine Mehrheit von personenartigen Kräften, von denenbald diese, bald jene im Vordergrund steht als ego undnach den andern wie ein Subject nach einer einflussreichenund bestimmenden Aussenwelt hinsieht. Der Subjectpunktspringt herum, wahrscheinlich empfinden wir die Gradeder Kräfte und Triebe wie Nähe und Ferne, und legenuns wie eine Landschaft und Ebene aus, was in Wahrheiteine Vielheit von Quantitätsgraden ist. Das Nächsteheisst uns „ich“, mehr als das Entferntere, und gewöhntan die ungenaue Bezeichnung „ich und alles andre (tu)“machen wir instinctiv das Überwiegende momentanzum ganzen ego und alle schwächeren Triebe stellen wirperspectivisch ferner und machen daraus ein ganzes„du“ oder „es“. Wir behandeln uns als eine Mehrheit undtragen in diese „socialen Beziehungen“ alle die socialenGewohnheiten, die wir gegen Menschen Thiere Gegen-den Dinge haben. Wir verstellen uns, setzen uns inAngst, machen Parteiungen, führen Gerichtsscenen auf,überfallen uns, martern uns, verherrlichen uns, machenaus dem und jenem in uns unsern Gott und unsernTeufel und sind so unredlich und so redlich, als wir esin Gegenwart der Gesellschaft zu sein pflegen.
Alle socialen Beziehungen auf den Egoismus zurück-führen? Gut: für mich ist aber auch wahr, dass alle ego-istischen inneren Erlebnisse auf unsre eingeübten ange-lernten Stellungen zu andern zurückzuführen sind. WelcheTriebe hätten wir, die uns nicht von Anfang an in eineStellung zu andern Wesen brächten, Ernährung, Ge-