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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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(Vgl. Meinungen u. Sprüche, Aph. 75;

Morgenröthe, Aph. 38, 104, 105; Jenseits von Gut u. Böse, Aph. 12.)

Das Ich ist nicht die Stellung eines Wesens zumehreren (Triebe, Gedanken u. s. w.), sondern das egoist eine Mehrheit von personenartigen Kräften, von denenbald diese, bald jene im Vordergrund steht als ego undnach den andern wie ein Subject nach einer einflussreichenund bestimmenden Aussenwelt hinsieht. Der Subjectpunktspringt herum, wahrscheinlich empfinden wir die Gradeder Kräfte und Triebe wie Nähe und Ferne, und legenuns wie eine Landschaft und Ebene aus, was in Wahrheiteine Vielheit von Quantitätsgraden ist. Das Nächsteheisst unsich, mehr als das Entferntere, und gewöhntan die ungenaue Bezeichnungich und alles andre (tu)machen wir instinctiv das Überwiegende momentanzum ganzen ego und alle schwächeren Triebe stellen wirperspectivisch ferner und machen daraus ein ganzesdu oderes. Wir behandeln uns als eine Mehrheit undtragen in diesesocialen Beziehungen alle die socialenGewohnheiten, die wir gegen Menschen Thiere Gegen-den Dinge haben. Wir verstellen uns, setzen uns inAngst, machen Parteiungen, führen Gerichtsscenen auf,überfallen uns, martern uns, verherrlichen uns, machenaus dem und jenem in uns unsern Gott und unsernTeufel und sind so unredlich und so redlich, als wir esin Gegenwart der Gesellschaft zu sein pflegen.

Alle socialen Beziehungen auf den Egoismus zurück-führen? Gut: für mich ist aber auch wahr, dass alle ego-istischen inneren Erlebnisse auf unsre eingeübten ange-lernten Stellungen zu andern zurückzuführen sind. WelcheTriebe hätten wir, die uns nicht von Anfang an in eineStellung zu andern Wesen brächten, Ernährung, Ge-