Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
241
Einzelbild herunterladen
 

241

thun. Deshalb ist es so wichtig, dass die guten Hand-lungen wirklich ausführbar sind und häufig: sonstdie moralische Hölle und das Moralische als Fernblickauf die Heiligen, auch bewunderungswürdige Be-leuchtungen und Färbungen hervorrufend!

147.

(Vgl. Morgenröthe, Aph. 112; Antichrist, Cap. 11.)

Pflicht heisst: ein Ziel wollen, nicht um eines andernwillen, sondern um seiner selbst willen: also ein abso-lutes Ziel. Der kategorische Imperativ, ein Befehl ohneBedingungen. Darauf gründete Kant eine Metaphysik:denn giebt es ein Ziel ohne Bedingung, so kann diesnur das Vollkommne oder das unendliche Gut sein:gäbe es noch etwas Vollkommneres, oder ein höheresGut, so wäre es nicht ein Ziel ohne Bedingung. Also:eine metaphysische Annahme zu machen, wie Kant!

148.

Du darfst ein Ziel wollen, wenn du es kannst.Ohne diese Bedingung heisst es dem Menschen ein un-bedingtes Vermögen geben, eine Kraft ohne Bedingung.Eine unbedingte Pflicht implicirt ein unbedingtes Ver-mögen, sie zu erfüllen: sonst ist es eine Pflicht für einandres Wesen als ich, eine in der Luft aufgehängte Pflicht. Wer von Pflicht und Freiheit redet, setzt metaphy-sische Principien voraus.

t t

149.

Arrangire dich so, dass du das grösstmögliche Glückvon deinen Eigenschaften hast, das ist albern! Dennohne allen Befehl: genau das erreicht ein jeder, ermag leben, wie er will, namentlich muss! Dass er

Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI.