240
selbst; die Moral ist jetzt die grosse Topik des Löbensund Tadelns, — aber warum immer loben und tadeln?Könnte man sich dessen entschlagen, so hätte man auchdie grosse Topik nicht mehr noting.
143 -
Wenn wir nicht mehr moralisch loben und tadelnwollen, so werden die Triebe nicht weiter entwickelt?
144.
Spencer verwechselt die Systeme der Moral, „wiesoll gehandelt werden?“, mit der Entstehung der Moral.Der Mangel der Einsicht in die Causalität ist für letzterewichtig.
145 -
Geht man einem moralischen Gefühle nach, so ent-deckt man, nach dem Gange desselben durch Nachahmung,endlich eine sehr starke Werthschätzung einer Sache oderHandlung, welche ihren Grund in einer Theorie hat.Also wenn Begriffe die Menschen überreden, unterjochen,und sie nach ihnen etwas messen, so entsteht als prak-tisches Resultat ein Begehren oder ein Verabscheuen.Dies wird dann direct weiter gepflanzt, ohne die dazu ge-hörige Motivation und oft hinterher mit einer unterge-schobenen neuen. Wo es moralische Gefühle giebt, daist entweder ein Begriff in’s Blut übergegangen oder einGefühl nachgeahmt.
146.
(Vgl. Morgenröthe, Aph, 559.)
Gesetzt, wir empfinden eine Handlung als gut, sospielt sich der ganze Vorgang ab. Was eine Handlung ansich ist, ob nützlich oder schädlich, hat damit nichts zu