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Ein Trieb. Die Moral kann nur befehlen, das heisst durchFurchterregung sich durchsetzen (also mit Hülfe einesTriebes), oder sie kann mit Hülfe eines andern Triebessich legitimiren, — sie setzt immer schon ihre unmittel-bare Bewiesenheit und überzeugende Kraft voraus, siekommt, wenn der Trieb und die Werthschätzung be-stimmter Art schon da ist. Dies gilt von allen Ethiken.Auch ein Trieb, individuell zu leben, ist da: ich denkein seinen Diensten. Andre, die ihn nicht haben, werdenzu nichts von mir verpflichtet werden können. „Pflicht“ist der Gedanke, durch den ein Trieb sich souverän überdie andern Triebe stellt, — immer mit Benebelung desVerstandes! Mit einem bestochenen Diener!
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(Vgl. Morgenröthe, Aph. 173.)
Die wilden Thiere sollen über sich wegsehen lernenund in den andern (und Gott) zu leben suchen, sich mög-lichst vergessend! So geht es ihnen besser! Unsre Moral-tendenz ist nur noch die der wilden Thiere! Sie sollenWerkzeuge grosser Maschinerien ausser ihnen werdenund lieber das Rad drehen, als mit sich zusammen sein.Moralität war bisher Aufforderung, sich nicht mit sichzu beschäftigen, indem man sein Nachdenken verlegteund sich die Zeit raubte, Zeit und Kraft. Sich nieder-arbeiten, müde machen, Joch tragen unter dem Begriffder Pflicht oder der Höllenfurcht, —■ grosse Sclavenarbeitwar die Moralität: mit der Angst vor dem ego.
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Alle bisherigen Moralen gehen von dem Vorurtheilaus, dass man wüsste, wozu der Mensch da sei: also