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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
234
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Menschen entsprechen werde, würde sein ganzes Lebenverzehren. Das Christenthum bezeichnete den Nächstenals den Zielpunkt unserer Handlung-en und überliess esGott, zu bestimmen, wer unsere Nächsten werden sollten;wem dieser religiöse Ausweg nicht offen steht, müsstedoch sagen: ich will mir in Bezug auf die Handlungen,die ich thue, doch nicht jeden beliebigen Nächsten alsObject gefallen lassen, sondern die suchen, zu denenmeine Handlungen am meisten passen, denen sie wirk-lich nützen können. Dazu freilich müsste man seinenNächsten so gut wie sich kennen lernen, und das könntewieder das ganze Leben verzehren.

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(Vgl. Morgenröthe, Aph. ioö; Jenseits von Gut und Böse, Aph. 187;

Götzendämmerung, die Verbesserer der Menschheit, Abschn. 1.)

Zu wissen,das ist gesund, das erhält am Leben,das schädigt die Nachkommen, ist durchaus noch keinRegulativ der Moral! Warum leben? Warum durchaus frohleben? Warum Nachkommen? Gesetzt, es wäre dasalles angenehmer als das Gegentheil, sterben, krank sein,ohne Nachkommen isolirt sein: so wäre vielleicht irgendetwas angenehmer als diese Annehmlichkeiten, zum Bei-spiel das Gefühl seiner Ehre oder eine Erkenntniss odereine Wollust, deretwegen wir das Sterben oder die Krank-heit oder die Einsamkeit wählen müssten. Warum dieGattung erhalten? Man verweist uns an die Triebe:aber es giebt weder einen Trieb der Selbsterhal-tung, noch einen Trieb der Gattungs-Erhaltung.Das Nichtsein könnte uns werthvoller scheinen als dasSein: dann hat die physiologische Ethik nichts zu sagen.Oder wir uns selber als der Staat, die Gesellschaft, dieMenschheit. Was bestimmt denn das Wertherscheinen?