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129.
Den moralischen und den religiösen Urtheilen istgemeinsam: erstens der Glaube, die Erkenntniss dermenschlichen Natur und des menschlichen Innern zu be-sitzen; zweitens: beide leugnen es, nur einen localenund relativen Werth zu haben: wo sie auch nur er-scheinen, so benehmen sie sich als absolute, allzeitlichgültige Urtheile; drittens: beide glauben an Zugängezur Erkenntniss, welche verschieden von denen sind, diedie Wissenschaft kennt; viertens: beide imaginirenWesen,die nicht existiren, die religiösen Urtheile Götter, diemoralischen Urtheile gute und böse Menschen und der-gleichen; fünftens: beide hassen die Untersuchung undsprechen von Schamlosigkeit und Schlimmerem, wennman sie nackt sehen will; sechstens: sie sind einanderselber gemeinsam, sie haben sich mit einander verbunden,um sich zu stützen, und trennt man sie, so doch nie voll-ständig: die einen leben in den anderen weiter.
130.
(Vgl. Morgenröthe, Apk. 108.)
Das Glück wird auf entgegengesetzten Wegen er-reicht, daher lässt sich keine Ethik bestimmen. (GegenSpencer.)
131.
(Vgl. Menschliches, Allzumenschiiches I, Aph. 25;
Morgenröthe, Aph. 106.)
Wenn das allgemeine Glück das Ziel jeder einzelnenHandlung sein sollte, so müsste der Einzelne darauf ver-zichten, in seinem Leben eine einzige Handlung wirklichzu thun: die Überlegung, ob sein Vorhaben wirklich demhöchsten Wohle aller gegenwärtigen und zukünftigen