Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
226
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leiden. Wir mögen die entsetzliche Simplification destugendhaften Menschen nicht: so wenig wir nur frucht-bare Felder wollen.

114.

(Vgl. Jenseits von Gut und Böse, Aph. 53.)

Eine Trivialität, die diesem Jahrhundert eigen ist:Gott ist nicht damit zu beweisen, dass einer die Gutenbelohnen, die Bösen bestrafen muss. Daran, dass diesnöthig sei, glaubt niemand (wie noch Kant). UberGerechtigkeit denken wir anders.

115-

Um von den Sünden zu erlösen, empfahl man früherden Glauben an Jesus Christus. Jetzt aber sage ich:das Mittel ist: glaubt nicht an die Sünde! Diese Curist radical er. Die frühere wollte einen Wahn durcheinen andern erträglich machen. Nur ist es nicht soleicht, nicht zu glauben, denn wir selber haben einmaldaran geglaubt, und alle Welt glaubt oder scheint dochdaran zu glauben. Wir müssen nicht nur umlernen,sondern unsre Schätzungen umgewöhnen, es be-darf der Übung!

116.

(Vgl. Morgenröthe, Aph. 386.)

Das Bedürfniss zu beten, auch das des Bussredens,Lobpreisens, Segnens, Fluchens, alle religiösen Gewohn-heiten brechen heraus, sobald ein Mensch pathetisch wird:zum Beweis, dass pathetisch werden heisst, eine Stufezurücktreten. Wann sind wir davon am entferntesten?Wenn wir spielen, Geist zeigen und austauschen, freudig-