leiden. Wir mögen die entsetzliche Simplification destugendhaften Menschen nicht: so wenig wir nur frucht-bare Felder wollen.
114.
(Vgl. Jenseits von Gut und Böse, Aph. 53.)
Eine Trivialität, die diesem Jahrhundert eigen ist:Gott ist nicht damit zu beweisen, dass einer die Gutenbelohnen, die Bösen bestrafen muss. Daran, dass diesnöthig sei, glaubt niemand (wie noch Kant). UberGerechtigkeit denken wir anders.
115-
Um von den Sünden zu erlösen, empfahl man früherden Glauben an Jesus Christus. Jetzt aber sage ich:„das Mittel ist: glaubt nicht an die Sünde! Diese Curist radical er. Die frühere wollte einen Wahn durcheinen andern erträglich machen. — Nur ist es nicht soleicht, nicht zu glauben, — denn wir selber haben einmaldaran geglaubt, und alle Welt glaubt oder scheint dochdaran zu glauben. Wir müssen nicht nur umlernen,sondern unsre Schätzungen umgewöhnen, — es be-darf der Übung!
116.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 386.)
Das Bedürfniss zu beten, auch das des Bussredens,Lobpreisens, Segnens, Fluchens, alle religiösen Gewohn-heiten brechen heraus, sobald ein Mensch pathetisch wird:zum Beweis, dass pathetisch werden heisst, eine Stufezurücktreten. Wann sind wir davon am entferntesten?Wenn wir spielen, Geist zeigen und austauschen, freudig-