heiter sind und schalkhaft dabei, im Scherz über allesEmphatische in Wort, Ton, Trieb; — vielleicht erreichenwir hier einen Vorsprung über unsre Zeit. Der hero-ische Mensch, der vom Kampf und den Strapazen unddem Hasse ausruht und sich des Pathos schämt, — unddort der Priester!
117.
Religion nouvelle:
1) Für seltene Momente aufgespart.
2) Verehrung der Aufopferungslust.
3) Kein Gott, kein Jenseits, keine Belohnung und Be-strafung.
4) Kein Beschuldigen mehr, keine Gewissensbisse,aber Vernunftbisse.
5) Das Ich restituirt.
6) Das Schöne empfunden als das sich opfernde Ich.
7) Keine allgemeine Menschenliebe, sondern Herr-schaft der Triebe.
8) Die höchste Klugheit als Norm genommen, alsgemein und nicht verehrt deshalb, weil gewöhnlich.
9) Die Unklugheit der Grossmuth bewundert. DasMitleiden eine Schwäche und Erholung, — concedirt.
10) Nicht als Opferung für andre verehrt, sondernals der volle Sieg des einen Affects über den andern, sodass wir das Leben, die Ehre u. s. w. ihm weihen: alsodie Fülle der Passion ist das Wesentliche.
118.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 551.)
Gesetzt, unsre Cultur müsste die Frömmigkeit ent-behren. Sie könnte sie aus sich nicht erzeugen. Eine ge-wisse letzte innere Entschlossenheit und Beschwichtigung
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