94 -
(Vgl. Morgeuröthe, Aph. 58 11. 515.)
Die plötzlichen Affecte sind das, was die Menschenaut die Dauer hässlich macht. Das Christenthum hat dieplötzlichen Affecte entfesselt, folglich —
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Plötzliche christliche Strenge lässt auf tiefe innereNothstände, also begangene Unthaten schliessen.
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(Vgl. Menschliches, Allzumenschliches I, Aph. 126, 136 ff.;Morgenröthe, Aph. 87.)
Man kann seine Leidenschaften von einem Augen-blick an missverstehn und umtaufen: Wiedergeburt.
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(Vgl. Morgenrölhe, Aph. 87.)
Da das Sünden- und Verworfenheitsgefühl eine Ein-bildung ist, so giebt es auch Gegenmittel, mit denen esaufgehoben werden kann. Das beständige Leben in einerIdee des Gegentheils, mit Gott eins geworden zu sein.Überhaupt jede starke, missionirende, todbereite, mär-tyrerhafte Existenz ist ein Mittel gegen moralischeDesperation: das heisst Wiederherstellung eines un-geheuren Hochmuths, der Sprung von der Tiefe indie Höhe. „Gerecht und heilig“, gar nicht oder mit einemSchlage! An Stelle des Besserwerdens das Wunder derV ollkommenheit.
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(Vgl. Jenseits von Gut und' Böse, Aph. 47.)
Das niedere katholische Volk, das garnichts vonfreiwilliger Enthaltsamkeit weiss, aber sehr viel vpn un-