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gegen den kein geistreicher Alter seine Haltung auf dieDauer behauptete. „Versuchen wir es also mit denJuden“, — so klang die innere Stimme, durch welche derGeist auf die Seite der grossen Bewegung gerufen wurde.
80.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 74.)
Das Christenthum erscheint als eine epidemischePanik; es war prophezeit werden, dass in Kürze dieErde untergehen würde. An den Gedanken dieser furcht-baren Gefahr rankten sich benachbarte Gedanken an, —Untergang warum?, um unserer Sünden halber?, alsovielleicht ein Gericht?, und wo ein Fürsprecher? u. s. w.Zuletzt erschien es als das allgemein Rathsamste, in ge-wohnter antiker Weise vor die Richtstätte zu treten,das heisst in dem denkbar erbärmlichsten und mitleid-ervveckendsten Zustande. Dieses Bild des antiken Ange-klagten halten später die Anachoreten fest, — sie wollenjeden Augenblick bereit sein, und die Vorstellung desplötzlich hereinbrechenden Gerichtes Hess sie alles er-sinnen, wodurch ein Mensch bejammernswürdig erscheint;Gott solle es, wie ein römischer Prätor, nicht aushalten,ein so verkümmertes und entsetzlich leidendes Wesen alsschuldig zu behandeln. Das Christenthum kennt nur denwürdelosen Schuldigen.
81.
(Vgl. Morgenrikhe, Aph. 71; Genealogie der Moral, dritte Abkandl.,Cap. 1 und 28.)
Nicht die Sittenverderbniss — diese beschränkte sichauf fünf bis zehn Städte des ungeheuren Reiches —,sondern die Ermüdung, welche überall eintrat, weil manam Ziele zu sein glaubte, in Betreff der Cultur und der