den Römern verächtlich; der Jude in Christus war es,der vor allem Glauben forderte; die Gebildeten jenerZeit, vor denen alle philosophischen Systeme einanderin den Haaren lagen, fanden dieses Glauben-fordern un-ausstehlich. ,, Credat Judaeus Afiella“ (Horaz).
78.
Tacitus spricht höhnisch davon, wie sehr die Juden(und Christen) dem Aberglauben ergeben seien. Romgieng in sein Extrem über, als es christlich wurde: esist ein Zeichen der imfiotentia der damaligen Menschen,dieses schroffe Umspringen. Die Wuth des Hasses machtezuletzt die Juden (Christen) interessant.
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(Vgl. Genealogie der Moral, erste Abhandl., Cap. 7; Götzendämmerung,die Verbesserer der Menschheit, Abschn. 4; Antichrist, Cap. 5, 21, 22.)
Wie ist es doch geschehen, dass, in der Geschichtedes Christenthums, zu den Geistig-Armen, unter und ausdenen es geboren wurde, endlich auch die Geistreichen,ja selbst die Reichen des Geistes überliefen ? Das Christen-thum als grosse Pöbel-Bewegung des römischen Reichsist die Erhebung der Schlechten, Ungebildeten, Ge-drückten, Kranken, Irrsinnigen, Armen, der Sclaven, deralten Weiber, der feigen Männer, im ganzen aller derer,welche Grund zum Selbstmord gehabt hätten, aber denMuth dazu nicht hatten; sie suchten mit Inbrunst einMittel, ihr Leben auszuhalten und aushaltenswerth zufinden, fanden es, und boten der Welt ihre neue Art vonGlück an. Ein Glück solchen Ursprungs war die grössteParadoxie des Alterthums; die damalige Bildung war zuparadoxensüchtig, um es nicht sehr anziehend zu finden.„Das Heil kommt von den Juden“, — das war ein Satz,