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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
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die Vorstellung von der inneren Unruhe als der mensch-lichen Normalität: daher die Flucht der Europäer vorsich selber, daher diese unerhörte Thätigkeit, sie steckenKopf und Hände überallhin. Zudem ist es dem Christen-thum gelungen, die rein orientalischen Gegentypen, denAnachoreten und den Mönch, als die Vertreter eineshöheren Lebens in Europa auftreten zu lassen; dadurchhat es eine falsche Kritik über alles andere Leben aus-gesprochen und das Griechische in Europa unmöglichgemacht. Die Athener fühlten sich zwar als die un-ruhigsten Griechen: aber wie ruhig, wie voll von sichund anderen guten Dingen erscheinen sie neben uns!Sie wussten niemanden über sich und brauchten sichselbst nicht zu verachten.

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(Vgl. Jenseits von Gut und Böse, Aph. 46.)

Was die Römer an den Juden hassten, das war nichtdie Rasse, sondern eine von ihnen beargwöhnte Art desAberglaubens, und namentlich die Energie dieses Glau-bens (die Römer, wie alle Südländer, waren im Glaubenlässig oder skeptisch und nahmen nur die Gebräuchestreng). Dasselbe ist ihnen an den Juden anstössig, wasihnen an den Christen anstössig ist: der Mangel anGötterbildern, die sogenannte Geistigkeit ihrer Religion,eine Religion, die das Licht scheut, mit einem Gott, dersich nicht sehen lassen kann: dies erweckte Argwohn,noch mehr das, was man vom Osterlamm munkelte, vomEssen des Leibes, Trinken des Blutes und dergleichen. InSumma: die Menschen der Bildung damals meinten,Juden und Christen seien heimliche Kannibalen. Danntraute man ihnen zu, verrücktes Zeug ehrlich zu glauben,das jüdische und christliche Maass im Glauben-können war

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