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ein Feind des Betrogenwerdens, das heisst ein Freundder Unabhängigkeit, bei einer Widerlegung ausrufensollte: „ich bin einer grossen Gefahr entronnen, fast hätteich mich in meiner eigenen Schlinge erdrosselt!“ Einemso ingrimmigen und herrschsüchtigen Menschen, wieSchopenhauer war, kann man Glück wünschen, dasser es nicht errathen hat, wie kurz der Triumph seinerPhilosophie sein solle, und wie bald alle Prachtstückeseiner Erfindung als Trugbilder erkannt würden.
55 -
(Vgl. Morgenrötlie, Aph. 370.)
Der neue Gedanke entzückt mich, ich verlerne immermehr zu empfinden, dass er von mir oder einem andern ist.Wie albern, hierin eifersüchtigzu sein! Und doch, welchefurchtbare Geschichte für die Verdunkelung des Wahrenhat diese Eifersucht!
56 .
Zuletzt braucht die vita contemplativa nicht einsamzu sein: selbst als Ehe denkbar.
57 -
Die meisten Philosophien sind erdacht, um Übel-stände so für die Empfindung zu verändern, dass mansie in’s Nothwendige der Welt verlegt; während die Ver-stimmung und der Übelstand fugitiv sind! Philosophiegehört in den Kampf gegen den Schmerz, ist also be-stimmt, zu Grunde zu gehen!
58 .
(Schluss von Apli. 44 der „Morgenröthe“.)
Die vollkommne Erkenntniss würde uns muthmaass-lich kalt und leuchtend wie ein Gestirn um die Dingekreisen lassen, — eine kurze Weile noch! Und dann