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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
191
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schon genügen, um so schneller erweisen sich die reli-giösen Drohungen als überflüssig. Der Friede also ver-drängt die Religion, die unbestimmten Angstmittel derPhantasie werden nicht mehr nöthig, denn die Ängst-lichkeit vor den bekannten Strafen des Staates und derbürgerlichen Achtung ist schon gross genug. In hochcultivirten Völkern dürften endlich selbst die Strafenhöchst überflüssige Schreckmittel werden; schon die Furchtvor Schande, das Erzittern der Eitelkeit ist so beständigwirksam, dass daraufhin die unsittlichen Flandlungen unter-bleiben. Die Verfeinerung der Sittlichkeit nimmt mitder Verfeinerung der Furchtsamkeit zu. Jetzt ist dieFurcht vor unangenehmen Empfindungen anderer Men-schen fast die stärkste unserer unangenehmen Empfin-dungen. Man möchte gar zu gerne so leben, dass mannichts mehr thut, als was anderen angenehme Empfin-dungen macht, und selber an nichts mehr Vergnügenhaben, bei dem nicht diese Bedingung mit erfüllt wird.

24.

(Vgl. Genealogie der Moral, erste Abkdlg., Cap. 5.)

Die Edlen, sg&Xol, die Wahrhaften, die sich nicht zuverstellen brauchen! Als Mächtige und: Individuen!

25-

(Vgl. Morgenrötke, Aph. 231, und Genealogie der Moral, erste Abkdlg.,

Cap. 4.)

Höflich (hübsch), gentile, edel, vornehm, noble, genereux,courtoisie , gentleman, dies bezeichnet die Eigenschaften,welche man an der obersten Kaste wahrnahm und nach-ahmte; somit stammt ein guter Theil der Moralität wahr-scheinlich aus den Instincten dieser Classe, als aus