am höchsten nütze. Der Fürst, der Adlige haben eineMoral mit dem Volksmann, aber ihre Mittel nennen siegegenseitig unsittlich. „Die Sittlichkeit ist nur bei unszu Hause!“; es fragt sich, wie weit wir dies „bei uns“ausdehnen.
21.
Zwei Moralen der Individuen: a) man lebt, um völlig'dem vorschwebenden Typus in der Gemeinde gleichzu werden („wie sein Vater“, Spruch der Spartaner), oderb) man lebt, um sich unter seines Gleichen auszuzeichnen.Im ersten Falle ist das Verschiedensein vom Typus etwas,was als Mangel empfunden wird, und das Ziel ist schwer.Im zweiten Falle ist die Gleichheit als leicht erreichbargedacht, sie giebt noch keine Ehre.
(Vgl. Band XII, Die Wiederkunft des Gleichen, Aph. 72.)
Das was über die Nothdurft hinausgeht, höherzu achten, das Entbehrliche, den Putz u. s. w., ein ur-alter Trieb: eine gewisse Verachtung gegen das, wasden Organismus und das Leben constituirt. Kakov Grie-chen, honestum Römer — sehr sonderbar! Das Ausser-ordentliche? Die Moral wollte den menschlichen Hand-lungen eine Bedeutung geben, einen Putz, einen fremdenReiz, ebenso alle Beziehungen zur Gottheit, — ein in-te 11 ectueller Trieb äussert sich so, das Leben soll inter-essant aufgefasst werden, und ehe man die Wissenschafthatte, welche gerade alles, was zur Nothdurft gehört, imhöchsten Maasse interessant machte, glaubte man sichüber die Nothdurft erheben zu müssen, um die Menscheninteressant zu finden. Deshalb die Annahme geheimniss-voller, dämonischer Gewalten in ihm u. s. w. (Nament-