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an Verstellung denken: was sie trotzdem sind. Die ge-wöhnlichsten Arten der Verstellung sind: erstens manähnelt sich seiner Umgebung an, man versteckt sichgleichsam in ihr; zweitens man macht es einem andernMenschen, der Ansehen und Erfolg hat, nach und giebtsich als etwas ELöheres, als man ist. Im ersten Fallefolgt man der Sitte und wird „sittlich“, im zweiten Fallefolgt man der Autorität und wird „gläubig“: unter allenUmständen erregt man keine Furcht mehr, — denn wirhaben jetzt viele „unsers Gleichen“.
12.
Was jetzt die Bildung fordert, unsere Gemüthsbewe-gungen nicht auszudrücken, ist die lange Folge derFurcht: die Menschen sollen nicht sehen, was in unsvorgeht, wobei vorausgesetzt wird, dass es immer etwasSchlimmes ist, oder dass wir damit unsern Feinden guteGelegenheiten geben. Die höfische Verstellung, der Stoi-cismus in einem festgehaltenen artigen Geberdenspielgeht von bösen Voraussetzungen über die Mitmenschenaus: sie sollen uns nicht kennen lernen, es wäre unserSchade.
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(Vgl. Morgenrötke, Aph. 16.)
Was die Werthschätzungen ursprünglicher Völkerausmacht, lässt sich durch keine Phantasie errathen,man muss es erfahren. Bestimmte Gebräuche und derdamit verbundene Gedankenkreis sind nicht zu con-struiren; wenn man von den „natürlichen“ Bedürf-nissen und Begehrungen der Menschen redet, so denktman sich die Sache zu einfach: die intellectuellen Be-dürfnisse zum Beispiel sind höchst absonderlich befriedigtworden.