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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
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an Verstellung denken: was sie trotzdem sind. Die ge-wöhnlichsten Arten der Verstellung sind: erstens manähnelt sich seiner Umgebung an, man versteckt sichgleichsam in ihr; zweitens man macht es einem andernMenschen, der Ansehen und Erfolg hat, nach und giebtsich als etwas ELöheres, als man ist. Im ersten Fallefolgt man der Sitte und wirdsittlich, im zweiten Fallefolgt man der Autorität und wirdgläubig: unter allenUmständen erregt man keine Furcht mehr, denn wirhaben jetzt vieleunsers Gleichen.

12.

Was jetzt die Bildung fordert, unsere Gemüthsbewe-gungen nicht auszudrücken, ist die lange Folge derFurcht: die Menschen sollen nicht sehen, was in unsvorgeht, wobei vorausgesetzt wird, dass es immer etwasSchlimmes ist, oder dass wir damit unsern Feinden guteGelegenheiten geben. Die höfische Verstellung, der Stoi-cismus in einem festgehaltenen artigen Geberdenspielgeht von bösen Voraussetzungen über die Mitmenschenaus: sie sollen uns nicht kennen lernen, es wäre unserSchade.

13 -

(Vgl. Morgenrötke, Aph. 16.)

Was die Werthschätzungen ursprünglicher Völkerausmacht, lässt sich durch keine Phantasie errathen,man muss es erfahren. Bestimmte Gebräuche und derdamit verbundene Gedankenkreis sind nicht zu con-struiren; wenn man von dennatürlichen Bedürf-nissen und Begehrungen der Menschen redet, so denktman sich die Sache zu einfach: die intellectuellen Be-dürfnisse zum Beispiel sind höchst absonderlich befriedigtworden.